{"id":1465,"date":"2019-11-17T01:04:28","date_gmt":"2019-11-17T00:04:28","guid":{"rendered":"https:\/\/buchmaler.org\/?p=1465"},"modified":"2019-11-17T01:04:28","modified_gmt":"2019-11-17T00:04:28","slug":"den-pinsel-mit-den-lippen-zuspitzen-und-das-grab-der-buchmalerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buchmaler.org\/?p=1465","title":{"rendered":"Den Pinsel mit den Lippen zuspitzen und das Grab der Buchmalerin"},"content":{"rendered":"<p>Anscheinend war es unter mittelalterlichen Buchmalern und auch noch dar\u00fcber hinaus, mitunter \u00fcblich die Pinsel w\u00e4hrend des Malens mit den Lippen zu zuspitzen und \u00fcberfl\u00fcssige Farbe wegzunehmen.<br \/>\nIm Traite de Mignature von 1672 findet sich die Anweisung das man beim Malen die Pinsel mit den Lippen zuspitzen solle.<\/p>\n<blockquote><p>\u2026 Damit die Haare am Pinsel gut zusammen gehen und eine richtige Spitze bilden, muss man sie man sie oft w\u00e4hrend des Malens zwischen die Lippen nehmen, zuspitzen und mit der Zunge anfeuchten, sogar dann wenn Farbe am Pinsel ist.<br \/>\nDabei wird ein zu viel an Farbe weggenommen und es lassen sich dann die Linien glatt und gleichm\u00e4\u00dfig malen.<br \/>\nMan braucht nicht zu bef\u00fcrchten das das jemandem schadet <span style=\"color: #ff0000;\">*<\/span>, denn die Miniaturfarben haben weder schlechte Eigenschaften, noch einen unangenehmen Geschmack.<br \/>\nDiese Erfindung braucht man besonders beim Punktieren und ausarbeiten, speziell auch f\u00fcr Inkarnate. Die Striche sollen n\u00e4mlich fein und nicht zu dickfl\u00fcssig sein.<br \/>\nWill man ein Gewand oder andere Dinge malen so reicht es, wenn man beim Anlegen und Ausmalen den Pinsel, wenn zufiel Farbe daran ist, am Rand der Muschel, oder auf dem Papier abstreift.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zwar ist diese Anweisung im 17. Jahrhundert niedergeschrieben worden, aber eine Grabung in der N\u00e4he von Paderborn l\u00e4sst vermuten, das dies bereits f\u00fcnf- bis siebenhundert Jahre fr\u00fcher so praktiziert wurde.<br \/>\nBei einer Grabung auf dem Gel\u00e4nde eines Frauenklosters, das in der N\u00e4he von Paderborn liegt, wurden auf dem Friedhof des Klosters die sterblichen \u00dcberreste einer Frau gefunden.<br \/>\nBei der Frau handelte es sich vermutlich um eine Nonne, die um das Jahr 1000 bis 1200 nach Christus im alter von 45 bis 60 Jahren dort bestattet wurde.<br \/>\nMit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei ihr um eine Buchmalerin.<br \/>\nDenn in ihrem Zahnstein finden sich etwa in der Mitte des Mundes deutliche Spuren von Ultramarin.<br \/>\nDie wahrscheinlichste Erkl\u00e4rung daf\u00fcr ist, das die Frau den Pinsel w\u00e4hrend des Malens mit den Lippen zugespitzt hat. Wobei der Umstand das die Frau Ultramarin Vermalen durfte, bzw. konnte, vermutlich auch etwas \u00fcber ihre K\u00f6nnen aussagt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">*<\/span> Einige der in der Buchmalerei verwendete Farben sind sehr wohl giftig. Ich m\u00f6chte von der Nachahmung dringend abraten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anscheinend war es unter mittelalterlichen Buchmalern und auch noch dar\u00fcber hinaus, mitunter \u00fcblich die Pinsel w\u00e4hrend des Malens mit den Lippen zu zuspitzen und \u00fcberfl\u00fcssige Farbe wegzunehmen. Im Traite de Mignature von 1672 findet sich die Anweisung das man beim Malen die Pinsel mit den Lippen zuspitzen solle. \u2026 Damit die Haare am Pinsel gut &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/buchmaler.org\/?p=1465\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDen Pinsel mit den Lippen zuspitzen und das Grab der Buchmalerin\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[72,55],"tags":[],"class_list":["post-1465","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchmaler-blog","category-buchmalerei"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/buchmaler.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1465","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/buchmaler.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/buchmaler.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buchmaler.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buchmaler.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1465"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/buchmaler.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1465\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/buchmaler.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1465"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/buchmaler.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1465"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/buchmaler.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1465"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}