Langes s versus geschwungenes s in der Bastarda

Bastarda, Rustica, Antiqua und Co
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Clemens
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Langes s versus geschwungenes s in der Bastarda

Beitrag von Clemens » 14 Mär 2021, 14:11

@ Frank, Du hattest recht! Du hast vor einer Weile mal gefragt ob nicht auch bei der Bastarda am Ende eines Wortes eher das geschwungene s als das lange s verwendet wird. Woraufhin ich damals antwortete das es das geschwungene s bei der Bastarda nur als Großbuchstaben geben würde. Das war Blödsinn :)
Ich habe mir die „Alphabete“ der Bastarda damals aus dem Netzt herausgesucht. Wovon ich in etwas drei, vier verschiedene gefunden habe. Da in diesen kein kleines geschwungenes s abgebildet ist, bin ich davon ausgegangen, das es nicht verwendet wird.
Allerdings gibt es da teilweise auch kein großes W oder V und auch kein U und kein J, das j auch teilweise nicht klein. Da ich mich gerade etwas mehr mit der Schriftform beschäftige, habe ich mir gestern mal ein paar deutschsprachige Handschriften herausgepickt und die verwendeten Buchstaben verglichen. Dabei habe ich dann bemerkt, am Ende eines Wortes wird auch in der Bastarda ein geschwungenes S verwendet. Ergo, Du hattest recht.
Das hat mir auch gezeigt, das die Alphabete die man im Netz findet, nicht zwingend der Weisheit letzter Schluss sein müssen.
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Re: Langes s versus geschwungenes s in der Bastarda

Beitrag von Frank » 14 Mär 2021, 23:49

Schön, daß sich das noch aufgeklärt hat. Mir tun da immer die Augen weh, wenn ich falsche Schreibweise seh. Das geht mir aber auch bei frühmittelalterlichen Texten so, obwohl es da noch üblich gewesen zu sein scheint, lange s am Silbenende zu verwenden.

Das Netz hält leider viel Datenschrott vorrätig. Aber mit Abbildern alter Bücher ist man meist gut beraten.

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