Eisengalustinte ansetzen

Eisengallus-, Rotdorn- und anderen Tinten
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Frank
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Eisengalustinte ansetzen

Beitrag von Frank » 03 Mai 2018, 17:23

Mal sehen, was die Küche für Töpfe hergibt. Wie ernst nehmt Ihr die immer wieder genannten Anforderungen an die Oberflächen der verwendeten Gefäße?

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Re: Eisengalustinte ansetzen

Beitrag von Frank » 03 Mai 2018, 17:24

Ich habe mir für ein paar Euro fünfzig einen kleinen Emaille-Topf gekauft, der ausschließlich für solche Zwecke genutzt wird. Keine Ahnung, ob Töpfe aus Stahl reagieren, aber ich denke, dass es wahrscheinlich nicht so gut tut, wenn man da mit Säure hantiert.

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Clemens
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Re: Eisengalustinte ansetzen

Beitrag von Clemens » 03 Mai 2018, 17:24

Ich hab´s nimmer ausgehalten und hab gestern schon ohne Arabergummi angefangen. Heute hab ich die Salze reingeschüttet. Ich hab schon mit meinem Umrührstöckchen geschrieben - es funktioniert! :)

Ab gehn tut´s aber nicht schön. Ich kann die Leiden der legendären Pechmarie erahnen. :D

Ich hab übrigens einen Topf mit "Beschichtung" verwendet.

Nebenbei hab ich auch schon ein Grünspansüppchen angesetzt (Kupfer+Essigessenz). Hat jemand schon Erfahrung damit?
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Re: Eisengalustinte ansetzen

Beitrag von Clemens » 03 Mai 2018, 17:24

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Re: Eisengalustinte ansetzen

Beitrag von Frank » 03 Mai 2018, 17:25

Ich hab gestern meine Tinte nochmal ein bißchen zusammengedampft, weil sie mir noch nicht schwarz genug war. Heute hat sie sich beim Schreiben irgendwie komisch verhalten. Schwer zu beschreiben, da ihr Charakter auch zu wechseln schien. Auf jeden Fall war sie wässriger als gestern. Hab ich sie vielleicht kaputtgekocht oder sowas?
Nachtrag: Ich glaube, meine Pigmente kleben an der Innenwand des Topfes - dann war er wohl doch nicht glatt genug. Gut, daß ich zwei Portionen Gallus habe kommen lassen.

Mir ist auch aufgefallen - schon vorm Zusammendampfen - daß sie auf Industriepapier dunkler ist als auf handgeschöpftem. Auf Letzterem wirkte sie eher grau. Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte?

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Re: Eisengalustinte ansetzen

Beitrag von Clemens » 03 Mai 2018, 17:25

Dazu habe ich nur eine Vermutung. Ich glaube das Büttenpapier einfach mehr saugt als Industriepapier. Ist aber nur eine Vermutung. Evtl. braucht es auch für jedes Papier die richtige Tinte. Ich habe ja angefangen eine Handschrift zu kopieren. Dazu hatte ich Büttenpapier verwendet. Da es eine Menge Geschreibe war, habe ich immer wieder Tinte nachbestellen müssen (selbst gekocht hatte ich erst später). Dabei ist mir aufgefallen das jede der verwendeten Tinten eine andere Schwarzsättigung hatte.
Das Deine Tinte wässriger wurde finde ich komisch, eigentlich müsste sie ja, wenn Du sie mehr kochst einkochen und damit dicker werden.

Wegen dem Grünspansüppchen. Ich hatte auch schon mal versucht so grüne Farbe zu gewinnen. Ist aber nichts geworden. Später hat mir jemand erzählt das es mit "modernem" Kupfer auch nichts werden kann. Da die modernen Kupferrohre keinen Grünspan ansetzen. Die Kupferkegierungen wurden wohl so verändert das kein Grünspan entsteht, da dies giftig ist.
Wenn Du den Grünspan zu, malen verwenden willst, musst Du aber aufpassen. Er zerfrisst wohl auch teilweise die Malunterlage.
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Re: Eisengalustinte ansetzen

Beitrag von Frank » 03 Mai 2018, 17:25

Das mit dem Saugen habe ich mir auch schon gedacht. Das Industriepapier ist um einiges glatter.

Daß die Tinte wässriger geworden ist, kann man wohl damit erklären, daß ihr das Pigment entzogen wurde. Ich war schon anfangs etwas mißtrauisch, als ich bemerkt habe, wie gerne sich eine schwarze Schicht auf dem Umrührstöckchen bildete, die dicker und dicker wurde. Nun ja, wieder was gelernt. Neuer Versuch. Ich hab mir grad Mutters letzte Porzellanschüssel verschafft :) - da sollte es gelingen.

Ist Deine Tinte denn deckend? Bei dem genannten Wasseranteil mag ich mir das kaum vorstellen.

Willst Du nicht mal ein Bild von Deinem Werk zeigen, jenes Kopierte? Das tät mich interessieren.

Am Kupfer mangelt es mir nicht. Schlimm ist, daß ich in der Apotheke nur 3%iges Wasserstoffperoxid bekam. Zwar geht´s damit deutlich schneller, aber man hat einen Haufen überflüssige Flüssigkeit, die man verdunsten muß (darauf warte ich gerade). Bei größeren herzustellenden Mengen kann das zum Problem werden. Das höchstkonzentrierte H²O², welches ich in der Apotheke bestellen könnte, wäre 12%iges. Was darüber liegt, wurde kürzlich erst verboten. Vielleicht ist es besser, Grünspan zu bestellen. Hab noch gar nicht geguckt, ob Kremer das hat und was sowas kostet. Aber die nächsten paar Mark werde ich wohl erstmal in Muschelgold

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Re: Eisengalustinte ansetzen

Beitrag von Clemens » 03 Mai 2018, 17:26

Hier mal zum Vergleich der Unterschied verschiedener Tinten auf dem gleichen Untergrund.
Willst Du nicht mal ein Bild von Deinem Werk zeigen, jenes Kopierte? Das tät mich interessieren.
Gerne. Findest Du hier: http://schiffsmond.net/schreibstube/vie ... p=186#p186
Dateianhänge
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Re: Eisengalustinte ansetzen

Beitrag von Frank » 03 Mai 2018, 17:27

Gerne. Findest Du hier: viewtopic.php?f=29&t=57&p=186#p186
Danke! Ich werde es später mal genauer angucken. Bin grad im Entwurfsrausch ... Mit was haben die eigentlich früher vorgezeichnet?
Hier mal zum Vergleich der Unterschied verschiedener Tinten auf dem gleichen Untergrund.
Sind das beides Eisengallustinten?

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Re: Eisengalustinte ansetzen

Beitrag von Frank » 03 Mai 2018, 17:27

Zweiter Versuch läuft.

Nun mit glatter Porzellanschüssel. Dennoch sind wieder Anhaftungen an der Gefäßwand zu beobachten, jedenfalls oben, wo Luftkontakt besteht. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlau, das Gummi Arabicum schon am Anfang dreinzugeben. *grübel*

Diemal hab ich nicht wild gekocht, sondern hab es einen Tag vor sich hin dämpfeln lassen (E-Herd-Knopf auf 1). Das Verdunstete hab ich dann nicht mit Quellwasser ersetzt, sondern mit dem Ergebnis meines ersten Versuches.

Nun sollte man meinen, daß es eine recht fette Tinte werden müßte, aber sie ist immer noch sehr wässrig - wie die des ersten Versuches.

Ich laß es halt mal ein paar Wochen stehen und beobachte es. Langsam schwindet mir die Hoffnung, daß ich eine deckende Tinte hinkrieg.

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