Metallstifte

Aufhellen, Schattieren, etc
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Frank
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Re: Metallstifte

Beitrag von Frank » 01 Feb 2020, 01:45

heißes Blei auf Wasser sehr deutlich reagiert.
Kann ich bestätigen. Ich hab mich in meiner Jugend mal ansatzweise damit beschäftigt und hatte in diesem Zusammenhang ein entsprechendes Erlebnis. :D Ich werd´s dennoch erstmal mit Gips versuchen, da ich den Aufwand so gering wie möglich halten will. Vielleicht hilft es ja, wenn ich die Form ein bißchen auf´m Herd röste.
mit einem Mal mehrere Kanäle machen
Die Frage ist, was aufwendiger ist bzw. länger dauert, mehrmals hintereinander zu gießen oder sich länger am Formenbau aufzuhalten. Ich habe letzteres im Verdacht. Und wenn Du Dich zu sehr dem Formenbau widmest, könnte es passieren, daß Du - schwubbdiwubb - ein neues Hobby hast. :D

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Frank
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Re: Metallstifte

Beitrag von Frank » 02 Feb 2020, 21:20

Nach Meder (1919) wurde der Bleigriffel erstmals von Catull (1. Jh. v. Chr.) als Werkzeug zum Linieren erwähnt. Er diente bis weit in die Neuzeit hinein als Schreib- und Zeichenwerkzeug im Scriptorium und im Maleratelier, vor allem für Vorzeichnungen, z.B. als Vorskizze für eine Federzeichnung. Selbständige Blei-griffelzeichnungen sind eher selten und werden kaum als solche erkannt.
Neben dem Bleigriffel wurden zahlreiche andere Metalle und Legierungen zum Zeichnen verwendet, z.B. Bronze, Kupfer, Gold und Silber (siehe den folgenden Artikel «Der Silberstift»); beliebt waren vor allem Legie-
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rungen von Blei und Zinn, nach Cennini im Verhältnis zwei zu eins. Nach Versuchen von Meder ist diese Legierung geeigneter als reines Blei, da sie zwar noch gut abreibt, aber weniger kratzt als ein reiner Bleigriffel.
(http://www.schäffel.ch/download/pdf/zeichenstifte.pdf)

Aha, also auch Bronze.

Hier noch ein hübsche Abhandlung bzgl. Silberstift:
http://www.schäffel.ch/download/pdf/silberstift.pdf

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Clemens
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Re: Metallstifte

Beitrag von Clemens » 03 Feb 2020, 09:22

Danke.
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Frank
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Re: Metallstifte

Beitrag von Frank » 03 Feb 2020, 13:37

Das Blei ist grad angekommen. Welch schicker, dicker Barren! Ich danke auf´s Heftigste! :)

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Re: Metallstifte

Beitrag von Clemens » 03 Feb 2020, 22:21

Wegen Bronze und Kupferstift wäre ich mir jetzt nicht so sicher. Ich bezweifele es sogar. Meistens stammt die Äußerung daher das Cennini Cennini nur hastig gelesen wurde. Das steht sinngemäß: "Nimm einen Stift aus Bronze, Kupfer, etc.," Was dann oft nicht mehr gelesen wird ist: "aber das die Spitze aus Silber sei.".
Ich habe bisher noch keine Quelle gesehen die etwas anderes Als Silberstift, Blei, Bleizinn oder Bleiwismuth als Material erwähnt.
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Re: Metallstifte

Beitrag von Clemens » 03 Feb 2020, 22:21

Gerne, ich fand den Barren auch sehr schick und wollte ihn irgendwie nicht zersägen :mrgreen:
Ich habe das jetzt mal gesondert von der obigen Antwort geschrieben weil ich die Beiträge ich habe bestellt, etc. die Tage hier rauslöschen werde.
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Re: Metallstifte

Beitrag von Frank » 03 Feb 2020, 23:13

Ich habe bisher noch keine Quelle gesehen die etwas anderes Als Silberstift, Blei, Bleizinn oder Bleiwismuth als Material erwähnt.
Nun nimm mir nicht den Wind aus den Segeln! Ich arbeite an der Zusammenstellung eines Metallstiftzeichenkästchens. Und heute hab ich endlich mal einen Bronzedrahtlieferanten gefunden. :D

Zumindest besteht die Möglichkeit, daß diese Metalle zum Zeichnen verwendet wurden, wie mein Experiment zeigte. Aber ich werde wohl noch ein bißl nachforschen müssen.

Glaubst Du, daß Johannes Alcherius von Cennino Cennini abgeschrieben hat?

Johannes Alcherius' Formulierungen
"... um darauf schwarze Striche zu zeichnen, und zwar mit einem Stift oder Griffel aus Gold, Silber, Bronze oder Messing ..."
"... daß man mit einem Messing-, Bronze-, Kupfer- oder besser noch Silbergriffel darauf zeichnet und prüft, ob es schwarze Striche gibt oder nicht ..."
sind eigentlich nicht falsch zu verstehen.

Wenn ich doch nur die Stelle(n) finden könnte, wo sich einer der beiden Pliniusse zu dem Thema ausläßt. Hab jetzt zwei Stunden gesucht. *schnauf*

"m 77 u. Z. e r w ä h n t Plinius, d a ß mit Silber schwarze Linien gezogen w e r d e n können. I m Mittelalter w u r d e n Rötel u n d Metallstifte aus Silber, K u p f e r , Blei oder aus einer Mischung von Blei u n d Zinn verw e n d e t ." (https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... VPM0OiBX_A)

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Re: Metallstifte

Beitrag von Clemens » 04 Feb 2020, 09:50

Jeder hat von jedem abgeschrieben. Das kannst Du in den eigentlichen Rezeptsammlungen ganz gut nachvollziehen. Im Günden gibt es keine unendliche Viefalt von Rezepten, sondern eine überschaubare Menge. Nur das viel Leute solche Sammlungen erstellt un zusammengetragen haben. Als i Tüpfelchen haben sie dann noch ihre persönliche Note hinzugesetzt. Die ungefähr die gleiche wie beim Kochen ist. Geschmäckle sind verschieden.

Mich macht es halt skeptisch wenn plötzlich eine Theorie, Bonze oder Kupferstifte, aufgestellt wird, die ich in den Rezeptsammlungen nicht nachvollziehen kann. Vielleicht gab es diese ja, aber warum erzählt dann keine davon.
Es wäre schön wenn die Verfasser solcher Theorien auch die Quelle nennen würden.

Was ich bei Deinem Link merkwürdig finde das dort so viel Dinge von 1580 stammen. Wo es doch immer heißt die Stahlfederwäre erst 1748 erfunden und erdacht worden.
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Re: Metallstifte

Beitrag von Frank » 04 Feb 2020, 15:19

... wenn plötzlich eine Theorie, Bonze oder Kupferstifte, aufgestellt wird ...
Hm, so plötzlich kommt das ja nu nich. Der Zweifel tät mir leichterfallen, wenn dieser Alcherius ein neumodischer Schreiberling wäre, aber er war ja ein Zeitgenosse vom Cennini und seine Sicht auf die Sache sollte nicht von mythischen Schleiern verhangen gewesen sein.
... das dort so viel Dinge von 1580 stammen. Wo es doch immer heißt die Stahlfederwäre erst 1748 erfunden und erdacht worden.
Im wesentlichen ist doch die offizielle Wissenschaft (die für den Pöbel) geprägt von Dogmen, welche von eitlen Schwätzern bis zum Erbrechen wiedergekäut werden ("Amerika wurde 1492 durch Columbus entdeckt" u.s.w.), während echtes Wissen nicht für die Allgemeinheit bestimmt ist.

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Re: Metallstifte

Beitrag von Clemens » 04 Feb 2020, 23:29

... ein Zeitgenosse vom Cennini und seine Sicht auf die Sache sollte nicht von mythischen Schleiern verhangen gewesen sein.
Da ist dann auch wieder was dran.
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