Herzlich Willkommen beim Buchmaler

Auf dieser Seite ensteht ein kleiner Webshop für Buchmaler- und Skriptoriumsbedarf, sowie ein Blog und ein Forum zu dem Thema. Die Idee zu dem Shop entstand aus unserer Leidenschaft für mittelalterliche europäische Kalligrafie und Buchmalerei.

Da wir für den Eigenverbrauch immer wieder mittelalterliche Tinten-, Saftfarben-, Farbrezepte, etc. ausprobieren, kam meine Freundin auf die Idee einfach etwas mehr zuzubereiten, um die Ergebnisse auch anderen Interessierten  anzubieten.

Da es sich wie gesagt um ein Hobby handelt, wird der Shop ganz langsam wachsen. Aber am Ende möchten wir hier  möglichst viel von dem anbieten können, was man zum Betrieb eines mittelalterlichen Skriptoriums benötigt. Alle von uns produzierten und verkauften Farben und Tinten sind nach mittelalterlichen Rezepten zubereitet, die aus dem 12. bis Anfang 16. Jahrhundert stammen. Eine Ausnahme bilden ein paar Rezepte aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Nun mag sich die Frage aufdrängen, warum man sich die Mühe machen sollte die Farben selbst mühsam herzustellen. Bzw. warum man nach historischen Rezepten zubereitete Farben benutzen sollte. Wo es doch viel einfacher ist die industriell gefertigten Farben zu verwenden.

Die Gründe dafür können sehr verschieden sein.

Manche nutzen die historischen Farben vielleicht aus Liebe zur mittelalterlichen Kunst der Buchmalerei, andere müssen evtl. historische Werke restaurieren, wobei sie auf diese Farben angewiesen sind. Wieder andere finden es vielleicht einfach schön sich mit den Farben zu beschäftigen, oder haben ganz andere Gründe.

Ein nicht von der Hand zu weisender Grund historische Farben zu verwenden, ist das die industriell gefertigten Farben nicht an die Schönheit der historischen Farben heran reichen, und es auch bei aller Mühe nicht können. Dazu möchte ich gern aus dem von Anita Albus geschriebenem Buch „Die Kunst der Künste, Erinnerungen an die Malerei“ zitieren:

Der Farbton ist das eine, etwas anderes Gestalt und Struktur der Farbe. Jedes Pigment hat einen anderen Körper, der das Licht auf unterschiedliche Weise bricht, zurückwirft und schluckt.

Der Blauton von künstlichem Ultramarin, der seit 1830 industriell hergestellt wird, scheint sich vom natürlichen Ultramarin, das auf mühsame Weise aus dem Halbedelstein Lapislazuli gewonnen wurde, kaum zu unterscheiden. Ein Blick durch das Mikroskop offenbart die Differenz die sich im Gemälde so deutlich entfaltet, das sie auch für das unbewaffnete Auge sichtbar ist.

Das synthetische Pigment erzeugt mit seinen kleinen homogenen rundlichen Kristallen eine gleichmäßige geschlossene blaue Fläche, während das kostspieligste aller Pigmente, das echte Ultramarin mit seinen großen iregulären Kristallen von unterschiedlicher Transparenz und den natürlichen Einsprengseln von Calcit, Pyrit, Glimmer und Quarz, als flimmerndes Firnament erscheint. Vor allem die durchsichtige Splitter der im Lapisstein angelagerten Calcitkristalle funkeln im tiefen Blau wie Sterne. Der himmelweite Unterschied zwischen altem und neuem Pigment ist bei anderen Farben nicht so ausgeprägt wie beim Ultramarin, aber grundsätzlich immer vorhanden.